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Steuern sparen

Anhand der vorhergehenden Beispiele hoffe ich gezeigt zu haben, dass man die Wahl seiner Anlageformen auch unter steuerlichem Aspekt durchaus überdenken sollte. Zeitgleich möchte ich ihnen einen genauso wichtigen Grundsatz nicht vorenthalten: "Spare nie nur um der Steuer willen."

Aus dem Gefühl heraus vom Staat für seine Sparleistung bestraft zu werden, war der deutsche Anleger in der Vergangenheit sehr empfänglich für verlockende Angebote aus dem sogenannten grauen Kapitalmarkt. Ein Beispiel soll hier einmal kurz angesprochen werden.

Schon seit gut 20 Jahren tourten verstärkt seriös wirkende Anlageberater durch Arztpraxen, Anwaltskanzleien und andere Orte wo sich gestreßte Besserverdienende vermuten ließen. Sie rochen gigantische Gewinnchancen mittels der Vermittlung steuersparender Bauherrenmodelle. Als die ersten Luftschlösser zerplatzten, die Anleger als mündige Akademiker von den Gerichten schutzlos gestellt  und somit allmählich die Praktiken dieser Vermittler erkannt wurden, fiel diese Zielgruppe weitesgehend aus. Das war aber nicht weiter tragisch für den "grauen Kapitalmarkt". Mit Versprechungen wie der eigenen Altersvorsorgeimmobilie für 50 Euro im Monat, gingen von nun an unzählige Kleinanleger sprichwörtlich auf den Leim.

Was ist dran an diesen Steuersparmodellen? Grundsätzlich sucht der Staat Geldgeber für den Wohnraumbau und die Wohnraumsanierung. Um diese Form der Kapitalanlage schmackhaft zu machen, werden hohe Steuervergünstigungen und Prämienzahlungen wie bspw. auch die Wohnungsbauprämie gewährt. Soweit so gut, bis zu diesem Punkt ergibt sich ein beiderseitiger Vorteil.

Fakt ist: Die Zahl der Kleinanleger ,die den Marktwert einer Immobilie korrekt einschätzen kann und sich hervorragend im Steuerrecht in Bezug auf die Sanierung von denkmalgeschützem Wohnraum auskennt, dürfte sich in Grenzen halten.

Unter Vorgabe eines günstigen Darlehenes, den fettgedruckten Steuereinsparungen und einer Vermietungsgarantie werden heute zahlreiche dieser Produkte vermittelt. Immobilien und auch Immobilienfonds neigen durch ihre wenig transparenten Strukturen einfach dazu das Paradeprodukt des grauen Kapitalmarkts zu sein.

Im Wesentlichen passiert nichts anderes, als das der Kaufpreis den der Anleger für die Immobilie zu zahlen hat gnadenlos überbewertet ist. Banken machen sich oftmals bei hinreichender Bonität nicht die Mühe die erworbene Immobilie selbst zu bewerten. Mietgarantien fallen aus, Steuersparbeträge werden irrealistisch hoch angesetzt, Mieten erreichen selten das kalkulierte Niveau. Würden sie einen Fernseher beim Verkäufer B kaufen, der 2.000 Euro kostet und in jedem anderen Laden lediglich 1.000 Euro, nur weil man ihnen als Dankeschön für den Kauf 50 Euro Bar auszahlt?

Meiden sie solche Investitionen aus dem reinen Bedürfnis des Steuersparens heraus! Sollten sie dennoch erwägen ein ähnliches Steuersparmodell in Betracht zu ziehen, besuchen sie doch einmal den Link am Ende dieses Beitrags.

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