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Das gemeine Sparschwein gilt als schüchternes, friedfertiges und fleißiges Wesen. Dennoch hat es eine große Zahl natürlicher Feinde, die sich oftmals hinterlistig als harmloser alltäglicher Luxus tarnen. Wir haben diese Feinde ausgemacht und analysiert.

  • Platz 1: das Auto
  • Platz 2: das Handy und der Vertrag
  • Platz 3: das Rauchen

Das Auto

Autos sind eine tolle Sache. Man kann sie solange in der Ecke stehen lassen wie man will oder bei jeder Gelegenheit vorzeigen. Man kommt schnell von A noch B, je nach Art des Autos auch noch schneller. Der Kaufpreis eines Autos ist oftmals gar nicht so hoch und wenn er es dennoch ist, so wird der Nachbar auf jeden Fall neidisch. Andererseits ist der Kaufpreis eines Autos in der Regel nur die Spitze eines unheimlich großen Eisbergs und definitiv keine Geldanlage, auch wenn das gern manch Werbung suggerieren möchte. 10.000 Euro die sie in den Kauf eines Autos investieren, werden selbst auf dem Sparbuch in 6 Jahren zu über 11.000 Euro. In ein Auto muss man noch nichtmal einen Kratzer hineinfahren, damit es nach 6 Jahren maximal noch die Hälfte wert ist. Sie verlieren ohne viele Kilometer gefahren zu sein schon bei dieser Kaufsumme jedes Jahr über 800 Euro. Neuwagen sind in der Regel noch deutlich teurer und erleiden den größten Wertverlust binnen des ersten Gebrauchsjahres (um die 30 %).

Wenn sie nun diese 10.000 Euro gar nicht selbst besaßen, als sie das Auto erwarben, könnte die Rechnung so aussehen: Kreditsumme 10.000 Euro, 5 % effektiver Jahreszins, Zinsen gesamt 1.030 Euro. So haben sie auf Sicht von 6 Jahren bereits 6.030 Euro verloren.

Je nach Fahrstil, Fahrleistung und Versicherung entstehen weitere Kosten. Das ist ihnen beim Kauf natürlich klar, sie haben das durchgerechnet. Eine Inspektion schlägt schnell mit 150-350 Euro zu Buche, Bremsbeläge mit 80 Euro, Winterreifen mit 300 Euro - die Aufzählung ließe sich ewig fortsetzen und vorallem um TÜV und ASU ergänzen. Hinzu kommen die jährlichen Steuern sowie die KfZ Versicherung. Selbst bei einem Kleinwagen sind hier schnell einmal 1.000 Euro vom Konto. Es ist nicht übertrieben, wenn man binnen der 6 Jahresfrist den Kaufpreis noch einmal als Unterhaltungskosten ansetzt. Auch wenn sie fest davon überzeugt sind, das Lackkratzer und andere Nettigkeiten stets nur den anderen passieren.Kleine Beträge werden mit einer gewissen Häufigkeit schnell zu einer erdrückenden Masse.

Sie hätten natürlich auch 10.000 Euro über 7 Jahre in einen erzkonservativen Bausparvertrag einzahlen können. Aus 10.000 Euro wären knapp 13.000 Euro geworden. Aber wenigstens hat ihr Auto nur 10.000 Euro gekostet, oder?

Das Handy und der Vertrag

Handyverträge sind eine ganz besonders feine Sache, sie schaffen Flexibilität und Freiheit. Am schönsten sind sie, wenn als Dankeschön für den Vertrag noch möglichst viele Geschenke dabei sind. Die Zeiten wo es nur ein subventioniertes Handy gab sind vorbei, zahlreiche Anbieter verschenken alles von der Digitalkamera über die Kaffemaschine bis zum Videorecorder. Dummerweise zahlen sie diese Geschenke zwar in Form von Grundgebühren eines oder manchmal auch zweier Verträge und darüber hinaus meist horrende Verbindungspreise, aber die Geschenke sind toll. Als Vieltelefonierer ist man für 69 Cent Gespräche in andere Mobilfunknetze rund um die Uhr doch unheimlich dankbar. Würden sie theoretisch 30 Minuten am Tag telefonieren, ergäbe sich die beachtenswerte monatliche Telefonrechnung von über 640 Euro. Wenn sie dann einmal ihre Geschenke in den Preisvergleichsuchmaschinen auf ihren Wert hin überprüfen, werden sie feststellen, das sie keinesfalls mehr bekommen als sie allein an Grundgebühr bezahlen. 

Doch auch ohne dieses extreme Beispiel sind Telefonrechnungen über 100 Euro keine Seltenheit. Durch Vergleich des eigenen Telefonieraufkommens mit den angebotenen Verträgen der Provider lassen sich durchaus 50 % oder mehr sparen. Selbst 12 Monate mal 50 Euro gespart über 6 Jahre ergäbe eine Sparleistung von 3.600 Euro. Bei 5 % angenommener jährlicher Rendite in einem Fondssparplan, könnten daraus schon 4.174 Euro werden.

Das Rauchen

Bei einem angenommenen Konsum von 16 Zigarettenschachteln im Monat, bzw. einer halben Schachtel pro Tag ergeben sich Kosten in Höhe von 64 Euro. Die Annahme, dass sich die dadurch erzielte statistische Verkürzung der Lebenszeit positiv auf die Altersvorsorgelücke auswirkt, möchte ich zunächst nicht gelten lassen. Selbst bei einem Bruttoeinkommen von 30.000 Euro wären diese 64 Euro noch hinreichend als monatlicher Beitrag zu einer Riesterrente. Wenn sie über 40 Jahre lang immer eine halbe Schachtel Zigaretten zum aktuellen Preis von 4 Euro konsumieren, haben sie letztendlich 30.720 Euro in ihre Lunge investiert. Wenn sie monatlich einen ähnlichen Betrag in ihre Riesterrente einbezahlt hätten, ergäbe das bei 40 Jahren Sparzeit etwa eine monatliche Rente von deutlich über 700 Euro bei angenommenen 4 % Zinsen bis zu ihrem 85. Lebensjahr. Sollten sie mit 65 feststellen.das sie doch nicht so alt werden möchten, lassen sich von diesem Betrag nach heutigem Stand immerhin 182 Schachteln Zigaretten im Monat oder 6 Schachteln pro Tag konsumieren. Ohne die Riesterrente könnten sie 7.680 und mit Riesterrente 43.680  Zigarettenschachteln konsumieren, viel Spass!

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